ZDF Reporter
TV Tipp: Thema Hotelbewertungen kocht wieder hoch
16.02.2011

ZDF Reporter: Wie zuverlässig sind Hotelbewertung im Internet? – TV-Reportage am 17. Februar 2011 um 21h
Der „saubere“ Umgang mit Hotelbewertungen wird ausgiebig diskutiert. Da die Zahl der Manipulationen offenbar zunimmt, sah sich nun auch der europäische Hotel-Fachverband Hotrec dazu getrieben, den Dialog mit den Plattformbetreibern intensiver zu führen. Es wurden zehn Prinzipien zum richtigen Umgang mit Gästekritik erarbeitet. In dem Arbeitspapier heißt es: „Gästebewertungen sollten nur nach vorheriger Überprüfung der Authentizität und des Wahrheitsgehalts des Eintrags durch eine qualifizierte Redaktion veröffentlicht werden.“
Unter der Überschrift „Manipulationsvorbeugung“ wird von den Portalbetriber gefordert:
a - Bewertungsportale sollten sicherstellen, dass nur Gäste eine Bewertung abgeben, die auch tatsächlich im Hotel übernachtet haben.
b - Gäste sollten das Datum ihres Hotelaufenthaltes angeben.
c - Das Verhältnis der Anzahl der Bewertungen zur Gesamtzahl der Zimmer sollte als ein Faktor in die Ermittlung von Rangfolgen einfließen.
d - Bewertungsportale sollten die Herkunftsquellen einzelner Bewertungen anzeigen, falls sie ursprünglich von Webseiten Dritter stammen, um Gästen und Hoteliers eine Rückverfolgung der Bewertung zu ermöglichen.
e - Angaben auf dem Bewertungsportal sollten wahrhaftig sein und nicht verzerrt wiedergegeben werden, um Nachfrage auf Buchungskanäle Dritter umzuleiten.
Ob die genannten Punkte von tripadvisor.com, holidaycheck.de und Co. auch so umgesetzt werden, ist offen.
Geradzu empörend verstand Arcotel-Chef Manfred Meyer das redaktionelle Schlaglicht von „Top hotel“ auf Manipulationen. „Nicht nur bei Reisenden, sondern auch bei Hoteliers sorgte der Artikel für Diskussionen: Viele Hoteliers und Marketing-Experten sind sich einig, dass die Manipulation von Bewertungsportalen keine gängige Methode sei, um Gäste zu gewinnen“, so Mayer in einer Pressemitteilung. Spätestens wenn diese das Hotel “live“ kennenlernen, würden sie sich ihr eigenes Urteil bilden und ihre positiven, wie auch negativen Eindrücke kommunizieren. „Und wenn der Gast einmal auf eine geschönte Bewertung reingefallen ist, wird er kein zweites Mal das Haus besuchen“, so Mayer.