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Gastronomie

Länder-Wirtschaftsminister gegen Hygiene-Ampel für Restaurants

08.06.2011

Hamburg - Die politische Willensbildung ist offenbar noch nicht abgeschlossen: Nun sprachen sich die Wirtschaftsminister der Bundesländern auf einer Tagung in Schloss Plön nahe Hamburg mehrheitlich gegen das Hygiene-Kontrollbarometer in der Gastronomie aus. Dies berichtet das „Hamburger Abendblatt“. Die sog. Hygiene-Ampel habe eine Prangerwirkung und könne einzelnen Betrieben erheblichen Schaden zufügen, wurde Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) zitiert.

Am 19. Mai hatten die Verbraucherschutzminister der Länder das Hygiene-Kontrollbarometer auf den politischen Weg gebracht. Ab 2012 sollten zunächst Gastronomiebetriebe und dann Bäckereien und Metzgereien sowie Lebensmitteleinzelhandel entsprechend geprüft und zertifiziert werden. Was nun in der Länderpolitik erfolgen wird, ist noch unklar. Der politische Druck „pro“ Restaurant-Ampel ist stark.

Vor dem Hintergrund der gassierenden Food-Seuche um EHEC und HUS ist das Verlangen nach mehr Sicherheit in der Gastronomie entsprechend hoch. Experten erwarten neue Vorstöße der Verbraucherminister für das Hygiene-Kontrollbarometer. 

Dessen nahtlose Umsetzung ist allerdings nicht so einfach. Jeder der bundesweit 2.500 staatlichen Lebensmittelkontrolleure könne im Jahr gerade einmal 372 Betriebe checken. Zu wenig, meint die Berliner Sachverständige und Lebensmittelchemikerin Christina Rempe. Denn insgesamt seien über 75.500 Betriebe zu prüfen. Der Dehoga-Bundesverband wendet sich – natürlich – gegen den staatlichen Hygienecheck. „Viele Betriebe werden nur alle zwei bis drei Jahre kontrolliert“, so Verbandspräsident Ernst Fischer. Für den Gastronomen sei es damit ein Glückspiel, wann er überprüft werde. „Die Gäste wären verunsichert, so lange er noch keine Auszeichnung führen kann und entscheiden sich vielleicht gegen einen Besuch – zum Nachteil des Betriebes“, so Fischer. Es sei nicht hinnehmbar, dass ein Betrieb mit einer weniger guten Bewertung jahrelang als schlecht deklariert werde, auch wenn er inzwischen alle Mängel beseitigt hat und hygienisch einwandfrei sei. Auch den Gästen würden veraltete Auszeichnungen nicht weiterhelfen. „Es darf nicht sein, dass unsere Betriebe zu Unrecht an den Pranger gestellt werden.“

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