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TV-Köche in der Kritik

Jahrhundertkoch Witzigmann: Köche gehören hinter den Herd, nicht vor die Kamera

03.01.2011

Hamburg - Der Mann hat gut reden: „Jahrhundertkoch“ Eckart Witzigmann (69) zieht im Interview mit dem „Spiegel“ über Kollegen und Schüler her. Wer wie Johann Lafer, einst Jünger im Witzigmann-Gourmetpalast, unentwegt im Fernsehen zu sehen sei, müsse mit Konsequenzen rechnen. „Der Gast, der mich besucht, hat den Anspruch und das Recht, dass ich präsent bin“, so Witzigmann. Nur wenige Gäste würden es akzeptieren, wenn der Starkoch im eigenen Restaurant kaum noch selbst am Herd stünde.

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Eckart Witzigmann

Deutliche Kritik findet der Übervater der deutschen Gourmetküche am TV-Format von Christian Rach. Beim RTL-„Restauranttester“ müsste man eigentlich die Gaststätten „vorher das Gewerbeaufsichtsamt schicken“. Und weiter: „Die verdreckten Buden sind wirklich keine Werbung.“ Die Machart der Küchen- und Kochshows zeige oftmals ein verzerrtes und lückenhaftes Bild. Witzigmann: „Es sind eher Talkshows mit Herd- und Wasseranschluss. Dort gilt heute jeder, der einen Ofen korrekt einschalten kann, schon als kommender Spitzenkoch.“

Witzigmann war der erste Küchenchef in Deutschland, der drei Sterne Michelin erhielt. Seine steile Karriere fand 1993 ein vorläufiges Ende, als er wegen Kokainmissbrauchs zu zhwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Doch auch Witzigmann zeigte sich bei Werbeverträgen nicht allzu zimperlich: 2005 wurde er „Botschafter“ für Caviar Creator, dessen Firmenchef Frank Schaefer über 800 deutsche und schweizer Anleger um rund 18 Millionen Euro betrogen haben soll.

Derzeit ist Witzigmann Patron des Restaurant „Ikarus“ im Hangar 7 des Salzburger Flughafens, ein Unternehmen von „Red Bull“-Eigentümer Dietrich Mateschitz.

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